
WAS MACHT MICH GLÜCKLICH?
Die unspektakulären Dinge. Für Gäste in die Küche stehen und kochen. Liebe Freunde bewirten. Mit bedeutsamen Menschen in meinem Leben einen unbeschwerten Abend verbringen. Ein duftendes Sauerteigbrot aus dem Ofen holen. Mit Madeleine und Elsa, unserer Hündin, einen entspannten Spaziergang in der freien Natur geniessen. Ein gelungenes Projekt abzuschliessen, an dem ich zur Mitarbeit eingeladen wurde. Mit dem Motorrad durch die Landschaft cruisen. Mit meinen drei Grosskindern herumalbern.
WAS IST MIR AM WICHTIGSTEN?
Fähig sein, eine positive Lebenseinstellung, eine heitere Grundstimmung und eine hohe Resilienz zu bewahren. Neugierig zu bleiben und staunen zu können. Belanglosigkeiten zu erkennen und sie geschmeidig hinter mir zu lassen.
Prägung wirkt nach. Mein Onkel selig – ein kluger Mann – war Alkoholfürsorger. Er hat in tiefe menschliche Abgründe geblickt und oft verzweifelte Menschen begleitet. Davon hat er nie etwas mit nach Hause getragen. Auf die Frage, welche Begegnungen er gehabt habe, kam von ihm stets dieselbe Antwort: «Interessanti Mensche». Moralische Überheblichkeit war ihm fremd. Seine Maxime war das Akronym «DDR» – die drei Buchstaben standen nicht für Drangsal, Diktatur und Repression, sondern für Demut, Dankbarkeit und Resilienz. Mein Onkel war ein Taschenphilosoph. Einer seiner Sätze war: «Geringschätzung ist oft der Irrglaube, man wirke grösser, wenn man andere klein macht».